Liebe Anna, kennst du die Bücher von Lilly Lindner? Ich verlinke dir mal einen Trailor, der mich sehr berührt.
Darin taucht der Wunsch "unrape me" auf. Ich habe viel darüber nachgedacht, zumal sich dieser Wunsch an einen Mann zu richten scheint.
Was war, kann niemals ungeschehen gemacht werden. Nicht durch hungern, nicht durch SVV, nicht durch kotzen und nein, auch nicht durch essen und zunehmen.
Wir können mit dem leben lernen, was mir mitbringen. Manches ist so schreckenserregend furchtbar, dass der Mut groß sein muss.
Was mir geholfen hat: - anerkennen dessen, was war - anerkennen des Leids und der großen Not - anerkennen, dass ich allein und hilflos war - anerkennen des Unrechts und des Schmerzes
Das hat gedauert. Und viel Unterstützung von außen gebraucht.
Damit folgen kann: - anerkennen: ich bin nicht mehr X Jahre alt - anerkennen: ich bin heute erwachsen - anerkennen: ich kann heute Entscheidungen treffen, die mir früher unmöglich waren - anerkennen: ich bin nicht mehr allein und hilflos - anerkennen: ich darf dennoch trauern und Zeit brauchen weiter zu heilen
Was die Tücken und Tricks der Es betrifft, so glaube ich, so erlese ich dich, dass in dir ein Wissen um Wahrheiten ist, die auch die AN nicht verzerren kann. Tief in dir weißt du, was ein halbes und was ein ganzes Brot ist und dass ein Supermarkteinkauf (ich fantasiere wieder) nicht aus einem Apfel, fettarmen Jogurt und zuckerfreien Bonbons besteht. Grabe nach diesen Wahrheiten. Sie können wegweisend sein.
Was bei mir gerade los ist....ich fühlte mich die letzten tage sehr nah am Abgrund, an jenen Klippen, wo die ES im Wind und im Sturm mitheult und jedes Echo sie verstärkt.Konkret wäre es das Erbrechen, was alles zerstören kann, was ich hinter mir gelassen glaube. Ich denke an Gerald Hüther und seine "Autobahnen" im Gehirn, jene gespurten Straßen, die die sucht in unsere Synapsen brennt. Ich weiß, dass ein Rückfall für mich nicht nur "ein Rückfall" wäre sondern der Absturz. Also kein Erbrechen. Aber viel, viel sinnloses, hungerfreies essen bis ich wieder ganz nah an dieser Kante stehe, wie SVV treibe ich mich essend dorthin bis der Körper sich erbrechen möchte und die Angst wie Eis auf meiner Haut liegt. Ich kann sie spüren, die Gegenwart der ES. Wie sie wartet. Wie ein Tier, das reglos angespannt auf den winzigen Moment lauert, indem es vorschnellen und zupacken kann. Und mich zerreissen. Ich bin erkältet und habe meine Tage, da ist das Körpergefühl einfach beschissen. Und die Autobahnen, ja die Autobahnen sagen: "Iss doch! Essen ist immer gut". Früher habe ich einfach gestopft, wenn es mir, egal warum, schlecht ging. Fressen, kotzen, müde. Diese Autobahn ist noch nicht völlig verwaist. Ein Stück von mir tröstet sich immernoch mit Essen, komplett ohne Hunger. Ich ekle mich vor der Übelkeit und dem Magendruck. Und esse und esse. Mit mir ist grade nix anzufangen, sorry.
danke für deinen lieben Kommentar! :) Ja, da hast du Recht. Unsere Eltern können wir uns leider nicht aussuchen. Deswegen bin ich auch ganz froh, wenn ich irgendwann keinen großartigen Kontakt mehr zu denen haben muss. Das freut mich total für dich, dass du schon ein paar Häkchen geschafft hast. Ich bin mir auch ganz sicher, dass es noch mehr werden, denn du bist stark und du kannst das! :) Dein Post mit dem Nebel ist sehr schön geschrieben. So schön, dass ich ihn mir immer und immer wieder durchlese. Vor allem der letzte Absatz gefällt mir sehr. Dass du trotz des grauen Nebels noch ein wenig Vertrauen hast und auf die kommende Sonne hoffen und an sie glauben kannst. Das ist toll!! :)
Dein Gedicht ist sehr bewegend. Danke für Deinen Kommentar, Deine Art zu Fasten gefällt mir ausgesprochen gut, halte daran fest. Mein Fernseh-Fasten tut mir jetzt schon gut, aber ich gebe auch zu, dass ich das Hirn-Ausschalten manchmal vermisse ;)
Du musst Deine Pfannkuchen übrigens nicht verstecken, ich habe keine offizielle Koch-Ausbildung genossen. In den Beruf bin ich eher durch Zufall hineingeraten und dann halt einige Jahre dabei geblieben. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht hätte dabei bleiben sollen…
Ich habe inzwischen ein wenig über „Aschflügel“ gelesen, das klingt sehr interessant.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
Hallo, Anna :) Ja, ich wusste nicht, ob ich den Kommentar verdaddelt hast oder du und bin aber auch nicht dazu gekommen, nachzuschauen ._. Aber jetzt lesen wir uns ja wieder :) Dankeschön! Ja, es ist schade, aber... ist wohl gerade nicht der richtige Moment. Ich weiß, dass es eigentlich an mir liegt und nicht an ihm, aber da bleibt eben die Überlegung, ob es eben mit jemand Weiblichem für mich beziehungsweise die anderen leichter wäre - auf der anderen Seite glaube ich, dass so etwas allgemein zurzeit nicht funktionieren würde, egal, welches Geschlecht usw. Keine Ahnung.
... ich kann nicht stricken :D Nein, im Ernst. Ich wüsste nicht, was ich stricken sollte. Ich wäre vermutlich nicht einmal in der Lage, mir meinen eigenen "Pulli" zu stricken, weil alle anderen mit rein"pfuschen" und jeder mit daran herumfuhrwerkt... und hier ergibt sich wieder eine neue Metapher/Moral/Fazit à la "es funktioniert nur gemeinsam", aber... nh. Das Gefühl bleibt trotzdem...
Ja, es ist nicht deine Schuld, und der Mensch wird dir nichts wieder antun können. Der Gedanke mit den asch(grauen)-Flügeln gefällt mir sehr. Reden und Schreiben bedeutet Kommunikation, Da-Sein, Reflektion und die Möglichkeit, sich verständlich zu machen... Such dir ein schönes Ziel aus, wo du hinfliegen möchtest :)
Lillys Bücher sind speziell. Ich mag das Wort "wortgewaltig" nicht, weil darin Gewalt steckt. Aber sie kann mit Sprache umgehen, ja, das kann sie. Sie kann mit Worten tanzen, spielen, balancieren, wehtun und trösten, bauen und einreißen. Aber mitunter ist es anstrengend. Gerade wenn sie Dialoge schreibt. Ich dachte irgendwann: "So redet doch einfach kein Mensch, immer und ständig in Wortspielen? Warum kann sie nicht zwischendurch einfach eine Konversation schildern, anstatt jedes Mal ein abstraktes Wortgemälde zu pinseln?" Das macht ihre Bücher etwas wirr, finde ich. aber ich habe auch nur "Splitterfasernackt" und "Winterwassertief" gelesen. Ihr neu erscheinendes JuBu werde ich vermutlich auch lesen :-) Ob sie ihr schicksal vermarktet? Hm, ich glaube nicht. Ihre Lesungen sind komplett kostenlos, was ich wirklich beeindruckend finde. Sie selber nimmt Kontakt mit den Schulen auf, weil sie erreichen will, weil sie den stummen Mädchen in den viel zu dünnen Körpern, mit den dicken Kotzbacken, mit den Narben auf der Haut, weil sie ihnen eine Stimme geben will und eine Hand reichen. Ein "Ihr seid nicht allein". Ich glaube, das macht sie gut. Dass sie an ihren Büchern verdient, finde ich okay. Ich meine, sie sind deutlich besser als vieles andere, was auf den Buchmarkt geworfen wird. Manche Menschen müssen ihre Not laut hinaus schreien, immer und immer wieder, um zu spüren, dass sie noch da sind und nicht zerstört. Andere schweigen ihre Not in sich hinein, halten sich an der Stille fest, um weiter atmen zu können. Ich denke, da gibt es kein richtig oder falsch.
Das "unrape me"...ich glaube, es richtet sich nicht an den/die Täter, sondern ist der Wunsch nach Heilung. Kennst du den Satz von Astrid Lindgren: "Man kann nichts in Kinder hinein prügeln, aber man kann vieles aus ihnen heraus streicheln"? Ich glaube, Lilly möchte, dass jemand den Ekel der Vergewaltigungen aus ihr heraus streichelt, die Schuldgefühle, den Selbsthass, den Wunsch nach Selbstzerstörung, das Schweigenmüssen, die Angst, die Verzweiflung, die Einsamkeit. Du magst einwenden, dass das kein Mensch schaffen kann. Vielleicht richtet es sich auch gar nicht an nur einen Menschen, vielleicht richtet es sich an alle, die ihre Geschichte lesen oder hören, die um sie weinen, weil es sie berührt. an all jene Menschen, die ihr das Gefühl zurück geben, menschlich zu sein, ein Mensch mit Wert, an all jene, die sie in diesem Menschsein achten, wo die Täter sie erniedrigt und gedemütigt haben. Verstehst du, was ich meine? Und vielleicht ist es, ganz zum Schluß, auch der Wunsch und die Hoffnung an sich selbst: Bleib am Leben. Überlebe.
ich habe dich nicht in der Aufzählung erwähnt, weil ich dich nicht als wartend erlebe, sondern als in Bewegung, im Werden, im Entdecken. Dazu gehört zaudern, überlegen, zweifeln, verunsichert sein und neuen Mut fassen....das Recoverybild, immer wieder. A. ist.....vielleicht hast du es erraten. Ihr Blog ist mittlerweile privat, doch sie gibt nach wie vor...Rat-SCHLÄGE. Du hast zumindest ab und zu ihren Blog kommentiert. Wie ging dein nichtguter Tag noch weiter? Ich fühle mich heute so. Die Nacht gebar Schrecken, wortwörtlich, das Quetiapin dämpft die Bilder, irgendwann schrieb ich es mal, nicht aber die Emotion, und so schreckte ich gefühlte hunderte Male auf in rasendem, stummen, blinden Entsetzen. Nicht.Gut. Dann der Blick in den Spiegel, wie fremd bin ich mir heute wieder und da ist der Wunsch nach den dünnen Beinen und armen. Ich würde lügen, würde ich behaupten, sie hätten mir nicht gefallen..... Und wieder: Geduld, versuchen, das Spiegelbild zu objektivieren, nein, kein ug auch kein knappes, aber auch kein üg. Die genaue Zahl kenne ich nicht, seit Oktober bin ich ohne Waage. Und weiter machen. So schwer es heute ist. Hast du schon gefrühstückt :-)? Unter mir grunzt das Schwarzfellige im Schlaf. Wir haben seit einiger Zeit einen Teppich auf dem Wohnzimmerboden (Parkett) und der wurde zum neusten Lieblingsplatz. Spätestens nach zwei Kotzflecken ist er offiziell eingeweiht*seufz* Wenn ich ihn ausschüttel und dann fege - da ist SAND, reiner Dreck! Unglaublich was das Schwarzfellige so in sich herumträgt. Jedenfalls rolle ich ihn ab und zu zusammen um das zu verhindern...und als hätte es nicht zwei Körbe, ein Schaffell, das Bett UND das Sofa schnarchelt sie jetzt auf dem - zusammengerollten - Teppich.....Ich liebe. Sehr.
Zu Lilly: ich hatte dich auch nicht so verstanden. Lies ihre Bücher nicht, nicht jetzt vielleicht. Sie bergen Trigger. Lies etwas Schönes. Lies Gedichte von Mascha Kaleko, Erich Fried, Sarah Kirsch oder Rilke.
Anna. Achte auf dich.
AntwortenLöschenDu bist wertvoll.
Und du hast es verdient, frei zu fliegen.
<3
Liebe Anna, kennst du die Bücher von Lilly Lindner? Ich verlinke dir mal einen Trailor, der mich sehr berührt.
AntwortenLöschenDarin taucht der Wunsch "unrape me" auf. Ich habe viel darüber nachgedacht, zumal sich dieser Wunsch an einen Mann zu richten scheint.
Was war, kann niemals ungeschehen gemacht werden.
Nicht durch hungern, nicht durch SVV, nicht durch kotzen und nein, auch nicht durch essen und zunehmen.
Wir können mit dem leben lernen, was mir mitbringen. Manches ist so schreckenserregend furchtbar, dass der Mut groß sein muss.
Was mir geholfen hat:
- anerkennen dessen, was war
- anerkennen des Leids und der großen Not
- anerkennen, dass ich allein und hilflos war
- anerkennen des Unrechts und des Schmerzes
Das hat gedauert. Und viel Unterstützung von außen gebraucht.
Damit folgen kann:
- anerkennen: ich bin nicht mehr X Jahre alt
- anerkennen: ich bin heute erwachsen
- anerkennen: ich kann heute Entscheidungen treffen, die mir früher unmöglich waren
- anerkennen: ich bin nicht mehr allein und hilflos
- anerkennen: ich darf dennoch trauern und Zeit brauchen weiter zu heilen
Was die Tücken und Tricks der Es betrifft, so glaube ich, so erlese ich dich, dass in dir ein Wissen um Wahrheiten ist, die auch die AN nicht verzerren kann. Tief in dir weißt du, was ein halbes und was ein ganzes Brot ist und dass ein Supermarkteinkauf (ich fantasiere wieder) nicht aus einem Apfel, fettarmen Jogurt und zuckerfreien Bonbons besteht.
Grabe nach diesen Wahrheiten. Sie können wegweisend sein.
Was bei mir gerade los ist....ich fühlte mich die letzten tage sehr nah am Abgrund, an jenen Klippen, wo die ES im Wind und im Sturm mitheult und jedes Echo sie verstärkt.Konkret wäre es das Erbrechen, was alles zerstören kann, was ich hinter mir gelassen glaube. Ich denke an Gerald Hüther und seine "Autobahnen" im Gehirn, jene gespurten Straßen, die die sucht in unsere Synapsen brennt. Ich weiß, dass ein Rückfall für mich nicht nur "ein Rückfall" wäre sondern der Absturz.
Also kein Erbrechen. Aber viel, viel sinnloses, hungerfreies essen bis ich wieder ganz nah an dieser Kante stehe, wie SVV treibe ich mich essend dorthin bis der Körper sich erbrechen möchte und die Angst wie Eis auf meiner Haut liegt. Ich kann sie spüren, die Gegenwart der ES. Wie sie wartet. Wie ein Tier, das reglos angespannt auf den winzigen Moment lauert, indem es vorschnellen und zupacken kann. Und mich zerreissen.
Ich bin erkältet und habe meine Tage, da ist das Körpergefühl einfach beschissen. Und die Autobahnen, ja die Autobahnen sagen: "Iss doch! Essen ist immer gut". Früher habe ich einfach gestopft, wenn es mir, egal warum, schlecht ging. Fressen, kotzen, müde.
Diese Autobahn ist noch nicht völlig verwaist. Ein Stück von mir tröstet sich immernoch mit Essen, komplett ohne Hunger. Ich ekle mich vor der Übelkeit und dem Magendruck. Und esse und esse.
Mit mir ist grade nix anzufangen, sorry.
Bis bald
Anima
Liebe Anna,
AntwortenLöschendanke für deinen lieben Kommentar! :)
Ja, da hast du Recht. Unsere Eltern können wir uns leider nicht aussuchen. Deswegen bin ich auch ganz froh, wenn ich irgendwann keinen großartigen Kontakt mehr zu denen haben muss.
Das freut mich total für dich, dass du schon ein paar Häkchen geschafft hast. Ich bin mir auch ganz sicher, dass es noch mehr werden, denn du bist stark und du kannst das! :)
Dein Post mit dem Nebel ist sehr schön geschrieben. So schön, dass ich ihn mir immer und immer wieder durchlese. Vor allem der letzte Absatz gefällt mir sehr. Dass du trotz des grauen Nebels noch ein wenig Vertrauen hast und auf die kommende Sonne hoffen und an sie glauben kannst. Das ist toll!! :)
Alles Liebe,
Mira.
Liebe Anna,
AntwortenLöschenDein Gedicht ist sehr bewegend. Danke für Deinen Kommentar, Deine Art zu Fasten gefällt mir ausgesprochen gut, halte daran fest. Mein Fernseh-Fasten tut mir jetzt schon gut, aber ich gebe auch zu, dass ich das Hirn-Ausschalten manchmal vermisse ;)
Du musst Deine Pfannkuchen übrigens nicht verstecken, ich habe keine offizielle Koch-Ausbildung genossen. In den Beruf bin ich eher durch Zufall hineingeraten und dann halt einige Jahre dabei geblieben. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht hätte dabei bleiben sollen…
Ich habe inzwischen ein wenig über „Aschflügel“ gelesen, das klingt sehr interessant.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
Pirandîl
Hallo, Anna :) Ja, ich wusste nicht, ob ich den Kommentar verdaddelt hast oder du und bin aber auch nicht dazu gekommen, nachzuschauen ._. Aber jetzt lesen wir uns ja wieder :)
AntwortenLöschenDankeschön! Ja, es ist schade, aber... ist wohl gerade nicht der richtige Moment. Ich weiß, dass es eigentlich an mir liegt und nicht an ihm, aber da bleibt eben die Überlegung, ob es eben mit jemand Weiblichem für mich beziehungsweise die anderen leichter wäre - auf der anderen Seite glaube ich, dass so etwas allgemein zurzeit nicht funktionieren würde, egal, welches Geschlecht usw. Keine Ahnung.
... ich kann nicht stricken :D Nein, im Ernst. Ich wüsste nicht, was ich stricken sollte. Ich wäre vermutlich nicht einmal in der Lage, mir meinen eigenen "Pulli" zu stricken, weil alle anderen mit rein"pfuschen" und jeder mit daran herumfuhrwerkt... und hier ergibt sich wieder eine neue Metapher/Moral/Fazit à la "es funktioniert nur gemeinsam", aber... nh. Das Gefühl bleibt trotzdem...
Ja, es ist nicht deine Schuld, und der Mensch wird dir nichts wieder antun können. Der Gedanke mit den asch(grauen)-Flügeln gefällt mir sehr. Reden und Schreiben bedeutet Kommunikation, Da-Sein, Reflektion und die Möglichkeit, sich verständlich zu machen... Such dir ein schönes Ziel aus, wo du hinfliegen möchtest :)
Alles Liebe dir,
Achlys <3
Liebe Anna,
AntwortenLöschenLillys Bücher sind speziell. Ich mag das Wort "wortgewaltig" nicht, weil darin Gewalt steckt. Aber sie kann mit Sprache umgehen, ja, das kann sie. Sie kann mit Worten tanzen, spielen, balancieren, wehtun und trösten, bauen und einreißen.
Aber mitunter ist es anstrengend. Gerade wenn sie Dialoge schreibt. Ich dachte irgendwann: "So redet doch einfach kein Mensch, immer und ständig in Wortspielen? Warum kann sie nicht zwischendurch einfach eine Konversation schildern, anstatt jedes Mal ein abstraktes Wortgemälde zu pinseln?"
Das macht ihre Bücher etwas wirr, finde ich. aber ich habe auch nur "Splitterfasernackt" und "Winterwassertief" gelesen. Ihr neu erscheinendes JuBu werde ich vermutlich auch lesen :-)
Ob sie ihr schicksal vermarktet? Hm, ich glaube nicht. Ihre Lesungen sind komplett kostenlos, was ich wirklich beeindruckend finde. Sie selber nimmt Kontakt mit den Schulen auf, weil sie erreichen will, weil sie den stummen Mädchen in den viel zu dünnen Körpern, mit den dicken Kotzbacken, mit den Narben auf der Haut, weil sie ihnen eine Stimme geben will und eine Hand reichen. Ein "Ihr seid nicht allein". Ich glaube, das macht sie gut.
Dass sie an ihren Büchern verdient, finde ich okay. Ich meine, sie sind deutlich besser als vieles andere, was auf den Buchmarkt geworfen wird. Manche Menschen müssen ihre Not laut hinaus schreien, immer und immer wieder, um zu spüren, dass sie noch da sind und nicht zerstört.
Andere schweigen ihre Not in sich hinein, halten sich an der Stille fest, um weiter atmen zu können.
Ich denke, da gibt es kein richtig oder falsch.
Das "unrape me"...ich glaube, es richtet sich nicht an den/die Täter, sondern ist der Wunsch nach Heilung. Kennst du den Satz von Astrid Lindgren: "Man kann nichts in Kinder hinein prügeln, aber man kann vieles aus ihnen heraus streicheln"? Ich glaube, Lilly möchte, dass jemand den Ekel der Vergewaltigungen aus ihr heraus streichelt, die Schuldgefühle, den Selbsthass, den Wunsch nach Selbstzerstörung, das Schweigenmüssen, die Angst, die Verzweiflung, die Einsamkeit. Du magst einwenden, dass das kein Mensch schaffen kann. Vielleicht richtet es sich auch gar nicht an nur einen Menschen, vielleicht richtet es sich an alle, die ihre Geschichte lesen oder hören, die um sie weinen, weil es sie berührt. an all jene Menschen, die ihr das Gefühl zurück geben, menschlich zu sein, ein Mensch mit Wert, an all jene, die sie in diesem Menschsein achten, wo die Täter sie erniedrigt und gedemütigt haben. Verstehst du, was ich meine? Und vielleicht ist es, ganz zum Schluß, auch der Wunsch und die Hoffnung an sich selbst: Bleib am Leben. Überlebe.
Alles Gute an diesem Sonntag für dich,
Anima
Du wirst deine Flügel entfalten. Schon bald!
AntwortenLöschenEmilia
Liebe A.,
AntwortenLöschenich habe dich nicht in der Aufzählung erwähnt, weil ich dich nicht als wartend erlebe, sondern als in Bewegung, im Werden, im Entdecken. Dazu gehört zaudern, überlegen, zweifeln, verunsichert sein und neuen Mut fassen....das Recoverybild, immer wieder.
A. ist.....vielleicht hast du es erraten. Ihr Blog ist mittlerweile privat, doch sie gibt nach wie vor...Rat-SCHLÄGE. Du hast zumindest ab und zu ihren Blog kommentiert.
Wie ging dein nichtguter Tag noch weiter? Ich fühle mich heute so. Die Nacht gebar Schrecken, wortwörtlich, das Quetiapin dämpft die Bilder, irgendwann schrieb ich es mal, nicht aber die Emotion, und so schreckte ich gefühlte hunderte Male auf in rasendem, stummen, blinden Entsetzen.
Nicht.Gut.
Dann der Blick in den Spiegel, wie fremd bin ich mir heute wieder und da ist der Wunsch nach den dünnen Beinen und armen. Ich würde lügen, würde ich behaupten, sie hätten mir nicht gefallen.....
Und wieder: Geduld, versuchen, das Spiegelbild zu objektivieren, nein, kein ug auch kein knappes, aber auch kein üg. Die genaue Zahl kenne ich nicht, seit Oktober bin ich ohne Waage.
Und weiter machen. So schwer es heute ist.
Hast du schon gefrühstückt :-)?
Unter mir grunzt das Schwarzfellige im Schlaf. Wir haben seit einiger Zeit einen Teppich auf dem Wohnzimmerboden (Parkett) und der wurde zum neusten Lieblingsplatz. Spätestens nach zwei Kotzflecken ist er offiziell eingeweiht*seufz* Wenn ich ihn ausschüttel und dann fege - da ist SAND, reiner Dreck! Unglaublich was das Schwarzfellige so in sich herumträgt. Jedenfalls rolle ich ihn ab und zu zusammen um das zu verhindern...und als hätte es nicht zwei Körbe, ein Schaffell, das Bett UND das Sofa schnarchelt sie jetzt auf dem - zusammengerollten - Teppich.....Ich liebe. Sehr.
Zu Lilly: ich hatte dich auch nicht so verstanden. Lies ihre Bücher nicht, nicht jetzt vielleicht. Sie bergen Trigger. Lies etwas Schönes. Lies Gedichte von Mascha Kaleko, Erich Fried, Sarah Kirsch oder Rilke.
Alles Liebe