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16.03.2015

sehnsucht.

vogelschwingen
still und weit 
über sieben berge
siebzig meere
sieben millionen tränen
und ein halbes leben
trugen sie mich fort

ich saß
die augen geschlossen
unter den flügeln
sicher, geborgen
und glaubtehoffteflehte
es hinter mir
zu haben

die feder
lang und seidig
hoffnungslos
zu boden trudelnd
still
still
still

ich sehne mich so
nach freiheit
in deinen augen
nach wärme
in deinen armen
nach heimat
in deinem atem

du findest nichts
als gitter
vor meinem herzen
als taubheit
in meinen fingern
als schweigen
in meinen worten

nicht lachen
nicht weinen
nicht schreien
die worte
blockiert
ich kann nicht anders
und sehne mich so.

all dies
noch einmal
noch zweimal
immer wieder
zu müssen
ist weit mehr
als ich ertragen kann.

4 Kommentare:

  1. Ich schreibe Dir Flügel,
    damit du ihn findest,
    mit Glauben,
    mit Lieben,
    mit Hoffen,
    doch wichtiger noch,
    mit Kraft.

    Und siehst du ihn dann,
    so sieht er auch dich.
    Denn ihr kennt euch
    so sicher,
    wie sollte
    es anders sein?

    Ersehnt er
    doch auch dich.

    Das Leben ist stark,
    glaube mir.

    Für Anna O.

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  2. Liebe Anna,

    Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
    Denn mein Geheimnis ist mir Pflicht;
    Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen,
    Allein das Schicksal will es nicht.

    Zur rechten Zeit vertreibt der Sonne Lauf
    Die finstre Nacht, und sie muss sich erhellen;
    Der harte Fels schließt seinen Busen auf,
    Missgönnt der Erde nicht die tief verborgnen Quellen.

    Ein jeder sucht im Arm des Freundes Ruh!',
    Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen;
    Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
    Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
    (Goethe)

    Ich weiß gerade nichts wahrhaft Kluges zu sagen, irgendwie denke ich immer, wenn mich die Wucht deiner Worte trifft, dass ich etwas BESONDERS Hilfreiches schreiben muss. Naja, heute hilft mir Goethe dabei.

    "ich sehne mich so
    nach freiheit
    in deinen augen
    nach wärme
    in deinen armen
    nach heimat
    in deinem atem"

    Wer immer dieser "du" ist, ich glaube, kein Gegenüber kann dir vermitteln, wie sich Freiheit kostet, selbst wenn du sie ihm von den Lippen küsst. Es wird stets fremde Freiheit sein, ein Spiegelbild eigener Wünsche, so ähnlich und doch seitenverkehrt.

    Was bedeutet für dich Freiheit? Welche Farbe, welcher Geschmack, welches Gefühl und welcher Gedanke wohnen ihr inne? Was hindert dich? Wo stehst du dir im Weg und wo sind fremde Steine vor dich gelegt worden?

    Ich schrieb es dir schon einmal, glaube ich, dass an meiner Wand ein Bild hängt, auf dem steht: "Am Ende der Angst beginnt die Freiheit".
    Ich glaube nicht, dass es erstrebenswert ist, sich über jegliche Angst erheben zu wollen, da sie uns ein Schützer und Mahner ist, jedoch nur, wenn wir sie als Weiser verstehen und nicht als Begrenzung und Fessel.
    War Ikarus mutig, als er sich eigene Schwingen baute und über Meer, Angst und Vernunft flog?

    Es findet sich bei dir wieder, häufig, das Bild des Fluges, des Phönix und des Sichemporerhebens. Was macht dieses Bild so reizvoll? Empfindest du die Bodenhaftung als behindernd? Zu wenig Weitblick (mögliche Gefahren mögen nicht rechtzeitig erkannt werden), zu viel Schwere im Körper?
    Welchen Trost könnte sie dir bieten?

    Zurück zur Freiheit: ich wünsche dir, dass dir dein Sehnen Wegweiser ist.

    Noch einmal Goethe:



    Zwischen dem Alten,
    Zwischen dem Neuen,
    Hier uns zu freuen
    Schenkt uns das Glück,
    Und das Vergangne
    Heißt mit Vertrauen
    Vorwärts zu schauen,
    Schauen zurück.

    Deine Anima <3

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  3. und du erstaunst mich immer wieder mit deiner art, dinge und gefühle und zustände und all das in worte zu fassen. das gedicht von pirandil drückt auch aus, was ich dir wünsche liebes. und über allem wünsche ich dir und deinem herzen freiheit.

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