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28.03.2015

[TW] Erkenntnis.



Wenn du nicht wärst, so würde ich nicht länger kämpfen.
Wenn du nicht wärst, würde ich dem glauben, was meine Essstörung mir zuflüstert.
Wenn du nicht wärst, würde ich dem Drang nachgeben, meinen Körper aufzuschneiden.
Wenn du nicht wärst, würden Flashbacks und Dissoziation meine Zeit zerpflücken.
Wenn du nicht wärst, würde ich Nacht um Nacht durchwachen bis zum Zusammenbruch.
Wenn du nicht wärst, würde ich Tabletten nehmen, um nicht mehr spüren zu müssen.
Wenn du nicht wärst, würde ich der Erschöpfung nachgeben und einfach liegen bleiben.
Wenn du nicht wärst, müsste ich den Schmerz nicht mehr ertragen.
Wenn du nicht wärst, wäre egal, was mit meinem Körper geschieht. 
Wenn du nicht wärst, hätte nichts von alldem irgendeine Bedeutung.
Wenn du nicht wärst, wäre ich nichts und niemandem mehr verpflichtet.

Wenn du nicht wärst, was hielte mich dann noch hier?

10 Kommentare:

  1. Liebe Anna,
    ich weiß nicht, wer dieses Du ist. Vor einiger Zeit veröffentlichte ich Mascha Kalokos Gedicht darüber, dass man einen Menschen so dringend braucht. Manche hat das erschreckt, weil sie darin Abhängigkeit lasen.
    Ich kann natürlich nur für mich sprechen.
    Aber ich brauche diesen anderen Menschen und ich habe ihn gefunden. Oder anders herum? Vielleicht.
    Er ist mein Alles und mein Amwichtigsten.
    Er ist meine Liebe, mein Lachen, meine Zuversicht, meine Streitfähigkeit, mein Trost, mein Ichdarfsein, mein Herz, mein Anker, meine Rettung, mein Fels, mein Mitdirteileichmeinleben, mein Fürdichwürdeichallestun.
    Ja.
    Letzteres ist ein großes Versprechen, allzuoft leicht gegeben.

    Meine größte Angst war lange Zeit in die Gewänder der ES gewickelt. Stramm saßen sie und ich zog sie nicht aus. Ich fürchtete die Nacktheit. Lieber ertrug ich die Winterkälte einer Magersucht, als mich der Weltenkälte auszuliefern. Ich glaubte mich so schutzlos, ohne den fadenscheinigen, harten Stoff der Essstörung, der meine Haut am Atmen hinderte und sich tief bis auf die Knochen einschnitt.
    Ohne ihn hätte ich nie verstanden, dass Liebe jede Nacktheit zu bedecken versteht, dass sie wärmt, ohne einzuengen, dass sie schützt, ohne zu begrenzen, dass sie tröstet, ohne zu verpflichten.
    Ich liebe nicht in Abhängigkeit.
    Ich liebe in Freiheit.
    Meine Liebe zu ihm und seine Liebe zu mir verändert mich jeden Tag. Sie macht mich mutiger, schöner, klüger.
    Ich bin nackt, weil ich die Essstörung abgelegt habe.
    Ich bin geschützt, weil ich jetzt eine Zukunft wie ein leichtes Kleid trage.

    Wer immer dieses Du ist, ein anderes Gegenüber, ein imaginierter Helfer, ein Tier, ein Mensch, ein gespiegelter Ich-Anteil - es ist gut, dass es ihn gibt.

    Vielleicht lassen sich diese Sätze umformulieren?
    Du weißt schon....das "nicht" ;-)....der rosa Elefant
    *trampeltörö*

    Vielleicht klingen diese Sätze auch so:

    Weil es dich gibt, kämpfe ich um jeden Tag.
    Weil es dich gibt, erkenne ich die Lügen meiner Essstörung.
    Weil es dich gibt, achte ich darauf, dass mein Körper heil bleibt.
    Weil es dich gibt, bin ich stark auch im Sturm der Flashbacks und Dissoziiationen.
    Weil es dich gibt, darf ich nachts schlafen.
    Weil es dich gibt, lege ich die Tabletten zur Seite.
    Weil es dich gibt, stehe ich immer wieder auf.
    Weil es dich gibt, spüre ich auch den Schmerz.
    Weil es dich gibt, ist mein Körper wichtig.
    Weil es dich gibt, hat alles einen Wert.
    Weil es dich gibt, bin ich mir selbst verpflichtet.

    bis zum Schluss:

    Weil es dich gibt, werde ich hier gehalten.

    Alles Liebe, Anima

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  2. Liebe, ich wünsche dir Glück und alles Gute.
    Du wirkst wie ein wundervoller Mensch.

    Sag mal, das Märchen mit dem Mädchen und der krähe, hast du es selbst geschrieben oder von wem stammt es?

    Pass auf dich auf..

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    1. Hab vielen Dank für deine guten Wünsche, die kann ich gut gebrauchen.
      Das Märchen stammt von mir, ja.

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Liebe Anna,

    es ist gut und auch wunderschön, wenn da jemand ist, der Dich hält und stark für Dich ist, wenn Du schwach bist. Doch Erdrücke ihn nicht mit der Verantwortung. Aus Deinen früheren Posts weiß ich, dass Du stark sein kannst. Ich wünsche euch beiden darum, dass Dein Post nur eine Momentaufnahme ist.

    Liebe Grüße, Pirandîl


    P.S. Ich bin inzwischen seit sieben Jahren rauchfrei. Mit dem Rauchen angefangen habe ich relativ spät, ich war 20 Jahre alt. Mit 30 habe ich dann damit aufgehört, doch es hat einige Anläufe gebraucht, um das zu schaffen. Auch weiß ich, dass ich nur die Symptome besiegt habe. Die Sucht ist immer noch in mir. Woher ich das weiß? Manchmal träume ich vom Rauchen und diese Träume sind verdammt realistisch.

    Wie hältst Du es mit dem Rauchen?

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  5. ... ich hoffe, du kannst irgendwann auch für dich selbst kämpfen.
    Und kannst fühlen, dass es sich lohnt.

    Du wirst ganz bestimmt auch lernen, etwas an dir zu mögen. Mit der Zeit. Nicht alles und nicht sofort, aber... das kommt.

    Mit gelben Enten *-* Wie cool, ich werde glatt neidisch :D
    Ich mag gar kein Pink :P Aber eine von den Kleinen hier fährt total auf die Seife ab. Mein Partner kommt schon fast besser damit klar, dass hier Anteile rausploppen, als ich, es ist echt toll, wie er damit umgeht.
    :D Ich glaube auch, dass meinem S. ein kleines bisschen Ordnungszwang nicht schaden würde...
    Die 2kg sind im Prinzip kein Problem, ich stelle nur fest, dass meine Lieblingshose enger sitzt und auf die möchte ich nicht verzichten, deshalb sollen es bitte nicht mehr werden^^'

    Fühl dich umarmt, wenn du es gerade magst <3

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  6. Hey Anna,

    Du sprichst von Momenten, das ist schon gut, denn dann ist es kein permanenter Zustand.

    Ich glaube, auf die eine oder andere Art, suchen wir alle nach dem Etwas, dass uns an uns selbst glauben lässt. Hält man dieses Etwas dann in den Händen, kann es so schnell wieder verfliegen. Ich wünsche Euch beiden viele Momente des Glücks. Dir aber, Anna, wünsche ich außerdem, dass Du mit Dir selbst Frieden schließt, oder zumindest einen Waffenstillstand, der stabil ist, um in der Terminologie zu bleiben.

    Deine Abstinenz in Bezug auf Nikotin, Alkohol und Koffein beeindruckt mich. Beim Nikotin (wie schon geschrieben) habe ich mir diese Abstinenz inzwischen auch erkämpft. Alkohol und Koffein, sagen wir es mal so: Alkohol trinke ich hin und wieder. Koffein konsumiere ich in Form von Tee täglich, und ich gebe zu, es würde mir wirklich fehlen, wenn ich auf Tee verzichten müsste.

    Liebe Grüße, Pirandîl

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  7. Liebe Anna,

    hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass du auch alleine stark sein kannst? Wenn "Du" nicht da wäre?
    Vielleicht könntest du trotzdem für dich sorgen. Essen. Selbstverletzungsfrei bleiben. Den Schlaf in Kauf nehmen und feststellen, dass die Albträume nicht jede Nacht kommen. Keine Tabletten nehmen müssen. Deinen Körper annehmen als Stärke, die dich durch den Tag und die Nacht bringt. Bemerken, dass auch nach einem Flashback am nächsten Tag die Sonne aufgeht und du nicht daran kaputt gehst.

    Du darfst an dich glauben. An die Stärke in dir. Leugne sie nicht, denn sie ist da. Und du kannst sie bemerken an jeder Faser, die aus dir leuchtet und dem Licht am Ende des Tunnels entgegen strebt. Mit einem Fuß bist du schon heraus getreten. Spürst du die Wärme? Die Sonnenstrahlen?

    Ich freue mich, dass dir das Lied so gut gefällt. Es muss dich nichts halten, nichts soll dir den Weg beschweren. Und wenn du es mal nicht selbst schaffst, dich zu befreien aus all den Wirrungen, mit denen du zu kämpfen hast, ist sicherlich jemand bereit, dir die Last zu nehmen.

    Super, dass du dir vornimmst, nächstes Mal besonnener zu handeln. Du kannst das schaffen. Rückschläge sind in Ordnung, solange man nicht komplett in alte Verhaltensmuster zurück fällt. Und das muss ich bei dir nicht befürchten (:

    Ich wünsche dir so viel Kraft, liebe Anna. Und dass du den Glauben an dich und deine Ressourcen nicht außer Acht lässt. Und dass du dir selbst die Hand geben kannst, wenn dich mal der Mut verlässt.

    Alles Liebe,
    Feli

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  8. Liebe Anna,
    Ich weiß nicht, ob man das als Verpflichtung bezeichnen kann, auch wenn ich weiß, was du meinst. Ohne ein paar Menschen würde es mich wahrscheinlich auch nicht mehr geben (oder "anders"...). Vielleicht kann man das als eine Art "äußerer Zwang" zum Kämpfen bezeichnen, der solange als schlimm empfunden wird, bis man selbst wieder Kraft gefunden hat? So ein bisschen wie Krücken, die einen dazu zwingen, aufrecht zu gehen, weil sie da sind... und man "braucht" oder "muss" sie solange brauchen, bis man selbst wieder aus eigener Kraft gehen kann... Ich wünsche dir sehr, dass du diese Kraft bald findest und es nicht mehr schlimm ist, wenn andere einen durch ihr bloßes Dasein zum Kämpfen zwingen... und dass du irgendwann auch nicht mehr Kämpfen musst, sondern einfach leben kannst, ohne dir solche Gedanken zu machen ♥
    Alles Liebe dir und eine große Portion *flausch*
    Achlys

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