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29.06.2015

Still the hardest things to say are the words that I mean the most.

Dass du so tust, als würdest du nicht bemerken, wie ich beim Heulen hässliche Flecken auf dein Lieblings-T-Shirt mache, bedeutet unendlich viel.
"Ich hab so eine Scheißangst.", flüstere ich und vergrabe meinen Kopf noch ein bisschen tiefer in deinem Hemd. Dich anzusehen, dafür schäme ich mich zu sehr.
"Vor was hast du Angst?"
"Weiß nicht genau.", schniefe ich. "Vor allem, glaube ich. Besonders davor, dich zu brauchen."
"Hm. Es ist doch auch ein Stück weit ganz normal, dass man sich als Partner gegenseitig braucht, meinst du nicht?"
"Ja, schon - aber ich habe Angst davor, dass ich dich zu sehr brauche."
"Was ist denn zu sehr?"
"Zu sehr ist, wenn ich nicht mehr gehen kann, wenn es nötig ist. Wenn alles andere besser erscheint, als dich zu verlieren. Wenn ich alles mit mir machen lassen, egal wie weh es tut... Mich beherrscht immer mehr die Angst, dass alles so wird wie mit ihm."
Sanft streichelst du mir über den Rücken. Deutlich spüre ich, wie sich deine Brust in einem tiefen Seufzer hebt und wieder senkt.
"Anna, sei ehrlich. Hab ich dir je Anlass zum Gedanken gegeben, ich sei wie er?"
"Weiß nicht. Manchmal, vielleicht. Wenn ich dir bei den Zwängen in die Quere komme und du sauer wirst. Ich weiß, dass das unfair ist, weil ich viel häufiger wütend werde als du. Trotzdem macht mir das alles solche Angst."
Du drückst mich an dich.
"Ich wollte dir das eigentlich gestern schon sagen. Wenn die Prüfungen vorbei sind, rufe ich ein paar Therapeuten an. Du hast ja Recht, ich schaffe das nicht allein."
Ungläubig schaue ich dich an.
"Wirklich?"
"Ja, wirklich."
Dann kommen noch mehr Tränen.
"Am liebsten würde ich weglaufen, so eine Angst habe ich."
"Du kannst nicht immer weglaufen, Anna. Manchmal muss man der Angst ins Gesicht sehen."

10 Kommentare:

  1. Liebe Anna,

    schon dass Ihr darüber reden könnt, ist unglaublich viel. Was Dein Partner als letztes sagt, stimmt. Manchmal muss man der Angst ins Gesicht sehen, denn nur so kann man sie besiegen. Und auch das stimmt: Einen anderen Menschen brauchen, ist per se nichts schlechtes, das ist ganz einfach Liebe. Nur sich selbst darf man darüber nicht verlieren.

    Liebe Grüße, Pirandîl

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  2. Liebe Anna,
    Naja, ganz okay würde ich sagen.
    Meine Thera meinte noch ich hätte eine Anpassungsstörung, sie wisse aber noch nicht woran ich mich anpassen will.
    Es geht mir nicht anders als zuvor, nur habe ich jetzt einen Namen für das in mir drinnen gefunden und jetzt versuche ich die Namen wieder loszuwerden.

    Es ist auf jedenfall ein richtiger Schritt, in die richtige Richtung. :)

    Danke :)

    Zu deinem Post:
    Ich finde deinen Partner sehr.. Bewundernswert.
    Er hat so viel Geduld wie du benötigst und nicht jeder ist bereit so viel zu geben.
    Du kannst dich echt glücklich schätzen :3
    Dein Partner hat recht, und wie Pirandîl gesagt hat, muss man der Angst manchmal wirklich in Gesicht schauen, obwohl man daran vielleicht verzweifelt und man aufgeben will.
    Aber da wird ein Licht auf dich warten, die Leute denen du viel bedeutest und die dir viel bedeuten!
    Sie werden dir Kraft geben, wenn du keine mehr hast.

    Außerdem ist es nicht schlecht jemanden zu brauchen, ich verstehe deine Ängste dementsprechend, aber ich würde es eher Liebe nennen.
    Versuche vielleicht nicht allem so viel Bedeutung beizuordnen :)

    Alles Liebe und viel Kraft ♡
    XO Honey ♡

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  3. Wow, welch ein Schritt und ich finde es toll wie offen ihr versucht zueinander zu sein. Eigentlich ist das doch eine tolle Grundlage, oder? :)
    Ich hoffe dass deine Ängste unbegründet sind und du dich bald etwas besser 'fallen lassen' kannst.

    Und, du? Ich habe noch eine Frage... Viel leicht kannst du sie mir beantworten...
    Und zwar war ich gestern bei einem Amtsarzt und es ging auch darum dass ich eine Psychotherapie mache und die Ärztin meinte dass ich wenn ich eine Therapie mache auch immer zusätzlich einen Psychologen haben muss, der u.U. auch Medikamente rausrückt. Das kann und darf meine Therapeutin nicht und daher soll ich mir jetzt einen Psychologen suchen.
    Ist das immer so? Mir hat davon nie jmd erzählt und meine Therapeutin hat zu so etwas auch nie etwas gesagt.

    Vielleicht kannst du mich ja etwas aufklären... :)

    Alles Liebe, Iwik

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  4. Das so ist so schön zu lesen... Obwohl es traurig ist, dass du Angst hast und dass ihr es schwer miteinander habt, obwohl es nicht daran liegt, dass ihr "schlecht" seid, sondern dadurch, dass ihr beide eure Probleme habt.

    Aber entscheidender ist, wie ihr damit umgeht... Und das finde ich in gewisser Weise rührend, im positiven Sinne.

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  5. hört sich für mich nach was richtig gutem an!

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  6. Hey, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Das war echt gut erklärt. :D Macht Sinn und erklärt warum die so verwundert waren dass keine Psychomedis auf meiner Liste standen.
    Ist es also üblich, wenn man bei einer 'Standartpsychologin' ist, nebenbei noch bei einem Psychologen vorsprachig zu sein falls Medikamente nötig sein/werden sollten?

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  7. Das kann ich so gut verstehen. Diese Ängste. Dass genau dasselbe wieder passieren könnte. Und leider bringt die eigene Vernunft da meist auch nicht viel. Aber ich glaube daran, auch basierend auf meinen eigenen Erfahrungen - (wie das klingt xD), dass du diese Angst mit der Zeit loswerden wirst, je länger du mit deinem Partner zusammen bist und nichts passiert. (Und nach dem, was du bisher über eure Beziehung schreibst, glaube ich, dass dir bei ihm ganz sicher nichts passieren wird.) Es ist sowas wie eine sehr lange Exposition.
    Du bist so mutig, dass mit ihm darüber sprichst. Dass du ihm dieses Vertrauen entgegenbringen kannst, nach deinen Erfahrungen. Einfach mutig ♥
    Und dass dein Partner sich Hilfe suchen will, finde ich toll^^

    Entschuldige, dass ich solange nicht auf deine Kommentare geantwortet habe. Die letzten Wochen waren echt heftig und ich konnte einfach nichts schreiben. Aber ich hab sie gelesen und ich freue mich immer, von dir zu lesen.

    EMDR haben wir erst ein paarmal gemacht und nur zur "Ressourcenverankerung", wir haben damit keine Traumabearbeitung gemacht. Ich würde sagen, die Wirkung ist moderat, es ist schon so, dass es mir hilft, Sachverhalte, die wir besprechen, auch ein bisschen fühlen zu können (zB mit dem Sicherheitsgefühl), aber die Veränderung ist nicht absolut überwältigend; vielleicht liegt das daran, dass zB dieses permanente Bedrohungsgefühl einfach sooo festgefahren und uralt ist.
    Hm, ich weiß nicht, ob das schon Traumabearbeitung ist, was wir machen, es ist auf jeden Fall keine Exposition, es ist mehr so, dass wir das Drumherum anschauen, zB Kognitionen und sowas. - Ich hab wirklich Pause gemacht und bin übernächste Woche wieder da, es sei denn, ich will schon früher kommen. Sie ist flexibel^^

    Weißt du, was ich noch am Sommer mag und was man im Winter nicht haben kann? Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Wassermelone, Nektarinen...

    Ich umarme dich.

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  8. Liebe Anna, hast du Angst, ihn zu sehr zu brauchen, oder hast du Angst, zu viel zu sein? Zu viel zu werden? Hast du dabei Angst um dich oder um ihn?
    Ich habe in einem (momentan noch nicht wieder veröffentlichten) Eintrag über die Liebe zu meinem Freund geschieben - und dass er das wichtigste in meinem Leben ist. Dass das für mich keine Abhängigkeit bedeutet, sondern Bindung. Weil Liebe bindet. Was wäre das für eine Liebe, die uns nicht an den anderen binden würde? Das bedeutet ja nicht, seine Seele zu verkaufen und sich sklavisch zu unterwerfen. Wie du von ihm schreibst, da seid ihr auf Augenhöhe. Ihr braucht einander, das ist wie...ein Reißverschluß. Da wo du ihn brauchst, ist er für dich da und da wo er dich brauchst, bist du da.

    Wir tragen schwer an Vergangenem, an dem, von dem ein Teil unseres Gehirns vielleicht noch nicht begriffen hat, dass es wirklich vorüber ist und wir in Sicherheit. Es gibt Momente beim Sex, da schiebt sich das gestern brutal vor die gegenwart bei mir. Dann muss ich mich daran erinnern, wer er ist und wer er NICHT ist.

    Liebe, liebe Anna, ich glaube, du bist eine wundervolle, starke Seele, eine Seele mit gebrochenen und geheilten Flügeln. Du darfst viel sein. In jeder Hinsicht!
    Deine Anima

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  9. Liebe Anna,

    du bist so wundervoll. Ich hab dich gern.
    Deine anima

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  10. Hey Anna,

    dein Kommi kam eigentlich ganz an, also der, den ich veröffentlicht hab. Nur habe ich wieder mal eewig gebraucht.. :)

    Okay, klar, ich verstehe das, aber es freut mich trotzdem wirklich, dass du stark geblieben bist.
    Vielen, vielen, vielen lieben Dank! Ich bin so froh, dass es tatsächlich funktioniert hat! :)

    Bei mir ist es mit den Entscheidungen ähnlich. Viel zu oft entscheide ich zu vorschnell, meistens entscheide ich mich für etwas, was letztendlich nicht gut ist, aber ich kann nicht anders, weil ich mir denke, ich verpasse sonst etwas. Oder es kommt nichts besseres oder sowas. Ich bereue auch oft im Nachhinein..

    Den Spruch find ich gut, den kannte ich gar nicht.

    Ich drücke dich und hoffe, dass es dir gut geht. Und es freut mich immer wieder, wenn ich so lese, wie dein Partner zu dir ist. Das ist wundervoll, dass du so jemanden hast.
    Ich denke an dich <3

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