Als meine Schwester mich anbettelt, mit ihr auszugehen, will ich erst nicht so richtig. Nicht nur, weil ich mich elend fühle, sondern auch, weil ich Angst habe. Die Szene, in der wir uns bewegen, ist nicht besonders groß, hier kennt man sich. Da sie jedoch so selten bei mir ist und ich mich genausogut im Club wie Zuhause mies fühlen kann, willige ich schließlich ein.
Dennoch, als wir vor dem Gebäude stehen, spüre ich mein Herz klopfen und meine Knie zittern. (Was, wenn er da ist? Es ist lächerlich unwahrscheinlich, aber dennoch... man kann nie wissen.)
Bevor ich mich in die Panik hineinsteigern kann, haben wir schon den Eintritt bezahlt und plötzlich spüre ich den Bass im Magen. Das ist Tool und der Bass von Tool ist ein so vertrautes, beruhigendes, gutes Gefühl, dass die Angst verfliegt. Wir holen uns was zu trinken, unterhalten uns und nach einer Weile gehen wir in Richtung Tanzfläche, die voll ist, aber auf der man sich noch gut bewegen kann. Prüfend lasse ich meine Augen über die Menge gleiten und stelle erleichtert fest, dass ich die meisten Leute kenne, aber nur vom Sehen, sodass ich mich nicht unterhalten muss. Natürlich kenne ich auch die Musik, ich kenne die Texte und mein Körper reagiert, als habe er nie etwas anderes getan. Es ist komisch, ich habe nun wirklich nicht die beste Beziehung zu meiner äußeren Hülle, aber beim Tanzen spielt das keine Rolle. Auch die Anzahl der Menschen um mich herum beeinflusst mich überhaupt nicht, obwohl ich mich normalerweise schon beim An-der-Bushaltestelle-Stehen beobachtet wähne. Vielleicht liegt es daran, dass das Publikum hier so gemischt ist und dementsprechend so ziemlich alles akzeptiert wird, egal welcher Kleidungsstil, welche Frisur, welches Gesicht und welche Art zu tanzen, weil es um die Musik geht und man willkommen ist, wenn man sie nur mag. Jedenfalls fühlt es sich gut an, hier zu sein, zu tanzen fühlt sich richtig an, ich fühle mich richtig an und dass das so war, ist schon eine Ewigkeit her.
Meine Schwester legt mir von hinten die Arme um die Schultern. "Gefällt's dir?", schreit sie mir ins Ohr. Ich lächle und nicke. "War eine gute Idee.", antworte ich und küsse sie flüchtig auf die Wange.
Wir sind bei den Letzten, die gehen, draußen ist es hell, die Vögel zwitschern und überall stehen kleine Gruppen, die lachen und rauchen, unsere Klamotten riechen nach Club, ich mag das alles, wir singen im Wagen einfach weiter, sie dichtet Quatschtexte und ich lache, wir fliegen über die Autobahn mit unsrer guten Laune, und ich schreibe einer Freundin, ich muss es einfach teilen, ich hatte eine richtig gute Nacht, ist denn das zu fassen?
Es ist schön, diese positiven Worte zu lesen! :)
AntwortenLöschen<3
AntwortenLöschenich lese diesen Eintrag jetzt zum siebten oder achten Mal und kann immer noch nicht aufhören zu lächeln :) das freut mich einfach so so so sehr <3
AntwortenLöschenliebe anna <3
AntwortenLöschendanke für deine worte.
deine wahrheit klingt schön. im moment habe ich meine eigene wahrheit verloren. da ist nur noch die wahrheit meines inneren rumpelstilzchens.
umarmungen sind toll.
weißt du, ich würde gerne zeit und mein dasein schenken, auch wenn ich mir gleichzeitig schon viel zu viel bin und es sich so anfühlt als könnte mich kein mensch aushalten. und ein paar worte im raum zwischen einsen und nullen, was ist das schon?
ich hab dich lieb <3
anna
Liebe Anna, ich freue mich sehr für Dich und wünsche Dir noch viel mehr von diesen Erlebnissen. Liebe Grüße, Pirandîl
AntwortenLöschenIch freue mich für dich, konntest du einen schönen Abend verbringen. Mehr davon für dich:-)
AntwortenLöschen<3
das klingt so wunderschön, ich musste gerade innerlich wie äußerlich lächeln, als ich das gelesen habe ♥
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