Seiten

13.01.2015

jetzt ist danach.

die dunkelheit
scheint endlos
die sterne lächeln
und geben
falsche versprechen
eines ersten sonnenstrahls
eines neuen tages
einer atempause

wenn der hahn
endlich kräht
häutet sich das
was ich war
gleich einer Schlange
und das
was ich werde
drängt ins Freie

rücksichtlos und unerbittlich
es tötet das alte
und bleibt sich doch treu
und du wirst wie immer
den unterschied
nicht bemerken
ich selbst
bin schon so lange blind

in meiner geschichte
sucht man
punkte
vergeblich
weil es
für mich
nie ein ende
gab

ich bin
gefangene zweier welten
getrennt durch semikola
kurze unterbrechungen
ewig wiederkehrender handlungen
möbiusbänder
penrosetreppen
kreisläufer

noch hier zu sein
macht mich
zu einem wunder
oder zu einem monster
was letztlich
dasselbe ist -

keine der ihren.

10 Kommentare:

  1. Hey du :)
    Ohje... Mit Therapieabbruch drohen ist übel. Eigentlich müsste ihr doch klar gewesen sein, dass das je nach Vorgeschichte (oder auch ganz unabhängig davon) zu einer Retraumatisierung führen kann... Woher weißt du denn, dass du nicht die einzige warst, wenn ich fragen darf?
    Wenn man Ärzte wegen Kunstfehlern vor Gericht bringen kann, wäre das mit Therapeuten auch "denkbar" (genug Fälle dazu gibt es ja.)...
    Ja, mal sehen... In der Stadt, wo mich niemand "kennt" usw. geht das problemlos, in der Schule... nh. Mal schauen. Wenn es allerdings warm wird und ich kurze Hosen anziehen will, will ich mir das nicht von meinen Narben verbieten lassen ;)
    TCM ist chinesische Medizin, sagt Google? Ich drücke dir die Daumen, dass das hilft :)

    Gut, dass hier das die meisten verstehen können... Ich verstehe es nämlich nicht :D Das mit der Widersprüchlichkeit ist mir auch schon aufgefallen und wurde noch einmal bewusster, nachdem du das festgestellt hast. Klar. Wahrhabenwollen würde ich das wirklich nicht - auf der anderen Seite, wo kommt das alles dann her? Das mit dem nicht-ernst-genommen-werden kann tatsächlich zutreffen. Auf mich wirkt das ein wenig so, dass ich ein "subjektiv großes, unheimliches, beängstigendes Problem" habe und mir als Auslöser eher so was la-la-la-mäßiges angeboten wird, was natürlich wiederum so wirken kann, als würde ich *wollen*, dass so etwas rauskommt oder absprechen, dass so etwas tatsächlich möglich ist. Es "passt" aber irgendwie nicht, weißt du? Es sind ja nicht nur die Bilder, das ist mein eigentliches Problem, würden nur sie existieren, könnte ich das mit dem Film und der Möglichkeit, dass ich das daher habe, wohl auch "unterschreiben". Nur verstehe ich nicht ganz, wie durch das Gucken eines Films Körperflashbacks und Traumaanteile entstehen sollen und sie meint selbst, dass ein weiteres Trauma (abgesehen vom bekannten) nötig wäre, um das, was ich/wir habe/n, hervorzurufen. Da könnte man jetzt natürlich damit ansetzen, dass wir das faken oder so :D aber... nuh, wtf, ich hab eigentlich besseres zu tun xD Wobei ich ja froher drüber wäre, wenn ich nicht mal die Möglichkeit hätte, so einen Verdacht überhaupt zu entwickeln. Es passt einfach nicht... Und ja, vermutlich fühle ich mich nicht ernst genommen und ich kann nur - unbewertet - das wiedergeben, was gerade so von den Trauma(?)anteilen kommt, nämlich Panik und dezente Hysterie, dass sie "das" nicht "glaubt", wo wieder die Frage wäre, WAS soll sie denn bitte glauben, aber ... nuuuuuh. Jap, und gleichzeitig das Nichtwahrhabenwollen.
    Gleichzeitig vermittelt sie aber auch Widersprüchlichkeit... auf der einen Seite kommen von ihr Bemerkungen, dass sie der Meinung ist, dass da so was vorliegen könnte; wenn ich aber versuche, explizit das Thema und den Verdacht anzugehen, rudert sie gefühlt wieder zurück, was mich wieder verunsichert. Hm. Naja, morgen kann ich das alles ja mit ihr klären.
    Und entschuldige bitte, dass da jetzt so ein Roman kam ._.
    Okay, ich beame es dir rüber :DD

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Anna,

    so lange Du nach jedem Hinfallen auch wieder aufstehen kannst, ist Dein Kampfgeist noch nicht völlig erloschen – und ich wünsche Dir, dass Du davon noch weit entfernt bist.

    Dein Gedicht gefällt mir sehr. Hat es Dir geholfen, die Gefühle in Worte zu fassen? Manchmal glaube ich, wir alle sind Monster, im Alltag wie in den Extremsituationen. Das wir trotzdem noch hier sind, ist auch eine Art wunder. Doch manchmal ist da eben auch schönes am Wegrand, und sei es nur das Licht der Morgensonne.

    Wie es mir geht? Zurzeit vor allem müde, der Schichtdienst bei der Arbeit zermürbt mich, aber Ende Januar werde ich einige Tage frei haben, ich hoffe, dann kann ich ausruhen. Doch das Gute an der Müdigkeit ist, dass sie vieles andere in den Hintergrund drückt. Das hat auch etwas für sich.

    Liebe Grüße, Pirandîl

    AntwortenLöschen
  3. Jaaaaa :D

    Ahja... klare Grenzen. Warum muss man das bei einem BPS-Patienten mehr tun als bei anderen? oO Oh Mann...

    Na, irgendwann will ich auch schwimmen gehen. Wenn ich mich nicht mal in Hotpants raustraue, scheitere ich spätestens am Badeanzug, aaalso... ^^'

    Sehr gut :) Hat er dir irgendwas gegeben oder so?

    Okay... die Fragen.
    Zu 1: Ich kann es nicht ab, wenn Dinge unklar sind. Ob das nun Verabredungen, Termine, Meinungen, Dinge sind, die durch Amnesien oder sonst etwas entstanden sind, ich hasse es, wenn ich etwas habe oder von etwas betroffen bin und nicht weiß, warum. Und wenn es mir dazu noch Angst macht, will ich wissen, woher es kommt - frei nach dem Motto, wenn ich die Ursache kenne, kann ich auch den Rest "beseitigen". Ich weiß nicht. Mich macht so was wahnsinnig, wenn ich Dinge nicht nachvollziehen kann, die ich aber nachvollziehen *will*. Wenn sie mich zusätzlich noch betreffen, wird das noch schlimmer. In meinem Kopf soll bitte alles einigermaßen logisch, nachvollziehbar und verständlich sein, wenigstens für mich selbst - oder so. (Blöder Vergleich, aber wenn ich zB beängstigende körperliche Symptome wahrnehme wie... hm, Ausschlag oder so was xD will ich auch wissen, was das ist, woher das kommt und wie ich das behandeln kann...)
    Zu 2: Hm... das ist jetzt schwieriger. Ähm. Vielleicht... weil es dann "echt" wäre. Nicht nur etwas, was eher so als vage Überlegung im Raum steht, der man noch ganz gut ausweichen kann, sondern als "Fakt" und... damit schlimmer? Realer. Vielleicht auch noch die Angst davor, was für Auswirkungen das haben könnte. Wenn so etwas passiert ist, wer weiß dann noch davon, warum wurde nichts bemerkt usw und la la la. Und... ich weiß nicht. Was dann passieren würde... weiß ich auch nicht... So, wie die Bastarde aber zZ (re)agieren, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die davon absolut nicht begeistert wären, weil... ja. Die haben eine recht absurd-beängstigende Argumentation.
    Zu 3: Wahrscheinlich, dass ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll, weil es ja, wie du gut erkannt hast, in beide Extreme strebt. Weil ich nicht weiß, was richtig ist und ich auf der einen Seite Angst davor habe, mich in irgendwelche Hirngespinste zu verrennen und auf der anderen Seite, alles zu verdrängen, was ja nun zwar recht praktisch, aber nicht wirklich gesund ist *hust*
    4... wenn ich die Frage richtig verstanden habe, ist sie sogar recht einfach. Angst davor, dass sie mich nicht versteht, dass sie meine Situation falsch einschätzt, mich nicht ernst nimmt usw., was eventuell auch bedeuten könnte, dass sie zB eine Krise oder sonstigen Kram in die Richtung nicht als solches erkennen würde/ernst nehmen und ich damit allein gelassen werde, weil ich nicht kommunizieren kann, was los ist bzw. es nicht richtig bei ihr ankommt. Hm, und allein gelassen werden ist hier so das Schlimmste überhaupt, Stichwort Verlustangst. Oder, anderer Aspekt, dass sie mich nicht ernst nimmt in dem Sinne, dass sie schlecht über mich denkt, mich eigentlich gar nicht als Patientin haben will, weil sie mich doof/verlogen/melodramatisch/aufmerksamkeitssüchtig findet, ich ihr auf die Nerven gehe und sie froh wäre, wenn ich nicht da wäre... und da sind wir wieder bei der guten alten Verlustangst :b Hm, und das Bedürfnis wäre dann wohl das danach, so gemocht/angenommen/"geliebt" zu werden, wie man ist, egal, was man tut und eben nicht fallen gelassen zu werden, weil man "falsch" oder schlecht ist.
    Hier, das sind deine Antworten, vielleicht sind sie ja ganz interessant für dich :)
    Alles Liebe dir,
    Achlys <3
    (oh, und selbstverständlich Einhörner und so.)

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Anna, bitte fass meinen Kommentar nicht als Vorwurf oder Angriff auf, sondern als das, als das er intendiert ist: eine andere (Außen)perspektive, die mir beim Lesen kam. Deine worte sind wie meistens gewalt(tät)ig und schmerzhaft direkt. Ich kann mich in ihnen wiederfinden, wie es möglicherweise nur von beschädigter Seele zu beschädigter seele möglich ist. Schaden will hier Wunden und Narben meinen, die dem (ver)wund(er)baren Geflecht Seele Risse zufügten, so dass holpriges neues Gewebe entand. Vermutlich kann kein Mensch Leben, ohne derartige Risse, doch liegen Welten zwischen filmrissartigen Linien und klaffenden Gräben. Will sagen: beschädigt dient hier nur als hinkende Beschreibung eines Menschwesens, dessen Kummer und Not größer und tiefer ist, als die des Durchschnittsgesunden, was ihm diverse F-Diagnosen einbringen dürfte. Soviel dazu^^
    Ja, ich finde mich auch in deinen Zeilen und doch bleibt am Ende ein Fragezeichen übrig.
    Als Ausgestoßene nimmst du dich wahr, weil du in dir monsterhaft zu sein wähnst, verborgen unter soviel gelebter Normalität, wie es sichtbare Knochen zulassen.
    Hier nun die frage: ausgestoßen oder bewusst ausgesondert, als Folge eines nicht zu unterdrückenden Gefühls des Anderssein sich selbst in ein außen stellend, wo der Umwelt kaum Chance bleibt, dich zurück in ein Innen zu geleiten. Ich persönlich denke und fühle, dass es viel mit der eigenen Wahrnehmung zu tun hat und dem Entschluss, nicht länger im Außen leben zu wollen. Das bedeutet nicht ein sichgleichmachen mit Gesunden, was schlicht nicht möglich ist. Aber wenn der Fokus im eigenen Ich mehr auf verbindendes gerichtet wird, denn auf Trennendes, darf die Seele erfahren, dass sie so anders gar nicht ist oder sein muss, dass sie aufatmen darf in einer Mitte, die selbst gewählt ist. Es dauert seine Zeit, den Weg zurück in diese Mitte zu gehen und vor allem braucht es dafür Menschen, die verstehen und Hände reichen. Das können Therapeuten und Ärzte sein, wichtiger aber noch Freunde, Partner, Familie und Hunde. (okay, da sind es Pfoten und ganz viel Geschlappe!).
    Ich wünsche dir sehr, dass du im Vertrauen darauf, dass deine Narben und Wunden dich nicht zerstört haben UND nicht zu einer Aussätzigen machen, deinen Weg zu einem Innensein findest, der sich gut und richtig anfühlt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anonyma, lieber Anonymus,
      ganz lieben Dank für deine Worte. Du hast es klar erkannt und absolut Recht: Ich selbst bin es, die sich zurückzieht! Ich bin es, die eine Mauer um mich herum aufgerichtet hat, welche es mir nahestehenden Personen unmöglich macht, mich zu erreichen.
      Aus lauter Angst, erwachsen aus all dem Schweigen, welches ich erlebt habe, schweige ich nun selbst.
      Mein Text ergab sich vor allem aus der Wut und der Verzweiflung, welche ich zur Zeit meinem Partner gegenüber verspüre, der einfach nicht versteht. Natürlich, einige als wenig hilfreich empfundene Kommentare spielten auch eine Rolle, aber letzlich habe ich mich aus mehr oder minder freien Stücken in mein Schneckenhaus zurückgezogen, hinter die Glaswand.
      Aus diesem Grund habe ich den Post gerade etwas verändert. Es heißt nun "keine der ihren" und klingt ein wenig hoffnungsvoller, wie ich finde, da diese Formulierung darauf hindeutet, dass ich nun die meine bin, was ja auch objektiv gesehen den Tatsachen entspricht.
      Also nochmals vielen Dank, du hast das Problem wirklich gut auf den Punkt gebracht. Ich bin dabei, daran zu arbeiten...

      Löschen
  5. Liebe Anna O., danke für das Feedback. Ich lese dich gern, nehme anteil, so es denn via Medium Internet möglich ist.

    Darf ich dich etwas fragen zu dem Nichtverstehen deines Partners?
    Herzlichst, An(ony)ima

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das freut mich sehr.
      Natürlich darfst du fragen, jederzeit, ich antworte im Rahmen meiner Möglichkeiten.

      Löschen
  6. Guten Morgen!

    Danke für deine Antwort. Ich habe mich nur gefragt, wieviel du (mit)teilst, deinem Partner gegenüber. Gerade las ich auch deinen aktuellen Blogeintrag und wieder frage ich mich: darf er von deiner Vergangenheit wissen, oder lähmt die Scham zu sehr? Es ist schwer, etwas zu verstehen, wenn man möglicherweise nur Puzzleteile in den Händen hält. Kein Vorwurf, bitte nicht falsch verstehen. Nur eine Idee, die mir kam.

    Für die nächsten Therapiesitzungen alles Gute und genug Kraft, um hinterher (!) für dich zu sorgen.
    A.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mach dir bitte keine Gedanken, du könntest mir eventuell zu nahe treten. Ich bin nicht leicht beleidigt und freue mich wirklich über ehrliche Kritik und Anregungen!

      Mein Partner war und ist mein bester Freund, schon jahrelang. Ich lasse ihn so nah an mich heran wie sonst niemanden in meinem Umfeld, abgesehen vielleicht von meiner Therapeutin. Er kennt die Ecksteine meiner Geschichte, ja. In einem nüchternen Ton kann ich strukturiert biographisch erzählen, nur blende ich dabei die Gefühle aus, was es ihm natürlich schwer macht, zu verstehen. So gut es geht, versuche ich ihn bezüglich meiner Gefühlslage mit einzubeziehen, gelegentlich teile ich beispielsweise Blogeinträge mit ihm.
      Aber... er braucht selbst sehr, sehr viel Schutz. Nicht von mir so wahrgenommen, sondern von ihm kommuniziert. Vieles WILL er gar nicht so genau wissen. Er schiebt das auf seinen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der ihn zur Vergeltung treiben würde. Auch ist er der Ansicht, meine Gefühle nicht wirklich nachvollziehen zu können, da er eine völlig andere Biographie habe. Ich tippe eher darauf, dass er fürchtet, von seinen/meinen/unseren Emotionen überflutet zu werden. Dazu werde ich aber auf jeden Fall auch nochmals zu sprechen kommen, weil es in der Tat ein wichtiges Thema ist...

      Danke für deine guten Wünsche, liebe A.. Ich sende dir eine Handvoll Sterne.

      Löschen
  7. Liebe Anna O., danke für deine Offenheit. was du schreibst klingt plausibel. Es ist ja auch eine Gratwanderung, was ist der Umwelt zumutbar, was verkraftet sie und was nicht. Mein Partner ist hilflos-überfordert, wenn ich Flashbacks habe. Zum Glück (?) treten diese eher auf, wenn ich allein bin.

    Ich kann nichts Kluges schreiben, außer, dass ich froh bin, dass es immer wieder Blogeinträge von dir gibt, die mutig, stark und etwas hoffnungsvoll sind.

    Komm gut durch den tag!
    A.

    AntwortenLöschen