Liebe Luca, du wolltest eine Antwort auf die Frage, ob ich mich an
eine Zeit in meinem Leben erinnere, in der ich komplett und
bedingungslos glücklich war.
Nein, an eine solche Zeit
erinnere ich mich nicht bewusst und ehrlich gesagt bezweifle ich auch,
dass es so etwas gibt.
Möglicherweise kann man als sehr kleines Kind so empfinden, in einer Zeit, in der die
Erfüllung körperlicher Bedürfnisse und die Anwesenheit einer
Bezugsperson meist ausreichen, um einen Zustand der Zufriedenheit
herbeizuführen. Aber ob das wirklich Glück ist oder nicht doch eher nur
die Abwesenheit von Frustration?
Als Erwachsen ziehen wir die Bewertung
unserer Lebensumstände und unserer Umwelt, die Einteilung in gut und schlecht, glücklich und unzufrieden, größtenteils aus wahrgenommenen Diskrepanzen. Wir vergleichen ständig - mit
anderen, mit früheren Zuständen, mit dem, was wir gern hätten. Und
meiner Erfahrung nach macht häufig genau das unglücklich.
Es gibt oder gab immer jemanden oder etwas, was näher an die 100% heranreicht als wir. Abgesehen davon: Was passiert,
wenn man doch eines Tages alles erreicht hat, was man möchte, wenn man bei
den perfekten 100% angelangt ist? Ja, dann hat man entweder Ideen, wie dieses vermeintlich absolute Glück noch weiter zu steigern wäre oder Angst, den Zustand wieder zu verlieren. Egal, welche Variante eintritt, wir sind wieder bei 99% Glück.
Mit der Definition von "Glück" als mittel- bis langfristig anhaltendem Zustand kann ich mich nur schwer identifizieren. Was ich aber definitiv habe - und ich bin sicher, jeder Mensch verfügt darüber -
sind glückliche Momente.
Der Moment, in dem ich mich abends aufs Sofa
kuschle und voller Vorfreude ein neues Buch aufschlage.
Oder der, in dem
die Katze auf meinen Schoß springt und sich schnurrend zusammenrollt.
Der, in dem mich jemand, den ich sehr gern habe, umarmt und mir sagt, wie gern er mich hat.
Einfache
Augenblicke im Grunde, in denen für einen kurzen Moment und ganz persönlich für mich alles genau so passt, wie es gerade
ist. Nicht, weil die Umstände perfekt wären oder weil ich komplettes und bedingungsloses Glück verspüre, sondern wegen der warmen Regung in mir, einem Gefühl von "Ich bin angekommen".
Letztlich geht es um Achtsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit - und das ist mir mehr wert als alles Glück der Welt.
Letztlich geht es um Achtsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit - und das ist mir mehr wert als alles Glück der Welt.
Wahre und sehr schöne Worte Liebes ❤
AntwortenLöschenSeit gestern bin ich wieder in Deutschland und dann werde ich auch wie versprochen ausführlich über meinen Urlaub bloggen :)
Ich habe noch deinen anderen Kommentar in der Warteschleife, entschuldige dass das so aufgelaufen ist in der letzten Zeit.
LöschenJedenfalls hast du durchaus Recht: ich schätze, meine Selbstwahrnehmung ist leider nicht die Allerbeste :/ ich sehe mich selbst meistens extrem kritisch und bin selten wirklich mit mir zufrieden.
Wie geht es dir derzeit so?
Alles Liebe❤
Danke dir, für deine ausführliche Antwort!
AntwortenLöschenIch bin auch der Meinung, dass die kleinen Dinge, Momente und Erlebnisse zählen. :)
Alles Liebe ♥
Liebe Anna,
AntwortenLöschendas ist eine tolle, zum Nachdenken anregende Antwort auf Luca's Frage. Jeder definiert ja Glück anders und ich finde es manchmal etwas ungeschickt, dass im Deutschen Glück sowohl für "Happiness" als auch "Luck" steht.
Glückliche Momente kennt hoffentlich jeder, ich finde es gut, dass du da unterscheidest, zwischen Momenten/einzelnen Situationen und dem langfristigen Glück (falls es existiert). Vielleicht sind viele Menschen deshalb oft frustriert, weil sie dieses langfristige anstreben und es irgendwie unerreichbar scheint...
"Letztlich geht es um Achtsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit - und das ist mir mehr wert als alles Glück der Welt." Ich glaube, für mich ist es ein wenig anders, denn für mich ist ein glücklicher Moment einer, in dem ich achtsam, zufrieden und/oder dankbar bin...
Alles Liebe, E.